Joseph Freiherr von Eichendorff

 

Geboren am 10. 3. 1788 auf Schloss Lubowitz bei Ratibor / Oberschlesien

"Nie hat er eine Mode mitgemacht", sagt Hermann Hesse über Joseph von Eichendorff, und Thomas Mann äußert sich über Eichendorffs wichtigste literarische Figur, den Taugenichts: "Er ist ein Mensch; und er ist es so sehr, dass er überhaupt nichts außer dem sein will und kann." Es gibt wenige Biographien über den Namensgeber unserer Schule, aber Seiten weise sind im Internet Gedichte von Jugendlichen, die nach Art von Eichendorff sich kreativ in der Dichtkunst versuchen, aufgelistet (auch von unseren Schülerinnen), und eine "Kultur-Ökologische Eichendorff-Gesellschaft in Sumina ( Polen)" sorgt dafür, dass dieser deutsche Dichter der Romantik im Lehrplan polnischer Schulen verankert ist.

Vielleicht ist sein unspektakuläres Leben ein Grund dafür, dass eine Biographie über ihn zu schreiben niemand einen Anreiz gibt, aber seine geistige Grundhaltung lässt diesen Dichter zu einem Vorbild werden, nämlich seine tiefe Menschlichkeit, seine Liebe zu Gott und zur Natur und seine Bereitschaft, über die eigenen kulturellen Grenzen hinauszugehen.

Eichendorff entstammte einer katholischen Adelsfamilie und lebte drei Jahre (1801-1804) im Josef-Konvikt der Jesuiten in Breslau. Danach begann er ein Jurastudium in Halle 1805/06, das er 1807/08 in Heidelberg fortsetzte. 1808 unternahm er eine Bildungsreise nach Paris und Wien, von wo er 1810 nach Lubowitz zurückkehrte und dort den Vater bei der Verwaltung der Güter unterstützte. Den Winter 1809/10 verbrachte er in Berlin, besuchte Vorlesungen bei Fichte und kam mit Arnim, Brentano und Kleist zusammen. In Wien setzte er 1810 das Studium fort und schloss es 1812 ab. Er verkehrte mit dem Philosophen Friedrich Schlegel, diente in der preußischen Armee und nach seiner Entlassung begann er eine Karriere in preußischen Staatsdiensten: Regierungsrat, Oberregierungsrat, Mitglied der preußischen Regierung, Mitglied des Kultusministeriums in Berlin.

Eichendorff zeigte Charakter und Zivilcourage, als er nach der Verhaftung des Kölner Erzbischofs die Staatsregierung Preußens heftig kritisierte und sein Amt im preußischen Innenministerium aus Protest niederlegte.

Überhaupt war sein tätig gelebtes Christentum für sein Leben die prägende Instanz, die zusammen mit seinem Aufwachsen in einem "Dreiländereck", Preußen, Österreich und Polen, seine geistige Haltung prägte und trotz seiner großen Liebe zur deutschen Sprache und Kultur ihm jede Deutschtümelei von selbst verbot.

Eichendorff starb am 26. November 1857 in Neisse (heute Nysa in Polen).

Einige seiner Werke:

Ahnung und Gegenwart (1815)
Novellen des Marmorbilds (1819)
Aus dem Leben eines Taugenichts (1826)
Der letzte Held von Marienburg (1830)
Eine Meerfahrt (1835)
Das Schloß Dürande (1836)
Gedichte (1837)
Die Glücksritter (1841)
Geschichte der poetischen Literatur Deutschlands (1857)

Abschied (der ganze Text)

Eichendorff-Schülerinnen dichten "fast" wie der Namensgeber unserer Schule!