Coolsein ist "in"? - Ein großer Irrtum !

Zu unser aller Vorbereitung auf das Jubiläum gehörte damals eine Projektwoche rund um unseren Namensgeber und seine Zeit. Als Deutschlehrerin nahm ich mir vor eine "Romantische Textwerkstatt" zu wagen - würde sie bei unseren "coolen" Schülerinnen und Schülern überhaupt auf Resonanz stoßen? Eine bange Frage. Doch 16 Schülerinnen und Schüler des siebten und achten Jahrgangs entschieden sich für die "eine Woche mit Eichendorff". Dieser "Kreis der Romantiker" stand zu seinen Gefühlen und wollte sie in Worte fassen. An einem romantischen See in den frühen Morgenstunden mitten in Köln (im Stadtwald!) erfühlten die Mädchen und Jungen Natur und sich selbst, um dann in der Werkstatt ihrer dichterischen Phantasie einen weiten Spielraum zu lassen. Die Ergebnisse zeigen - alle haben sich berühren lassen - von wegen nur Coolsein ist in.

Carla Meyer-Brenken, Deutschlehrerin

Gefühlvolle Gegend

Nun sitz ich hier an einem ruhigen Ort,
würde am liebsten niemals wieder fort.

Hier kann ich über alles nachdenken,
mich vom gestressten Alltag ablenken.

Vögel zwitschern, ein Specht hämmert.

Der See liegt seelenruhig da.
Das Wasser spiegelt die Wolken.

Schnee bedeckt den dichten Wald.

Alles ist leise, nur von weitem höre ich
eine Autostraße, auch die beruhigt mich.

Meine Gedanken an dich

In dem Wald ließ ich mich nieder
um über vieles nachzudenken.
Ich saß auf einer Bank,
musste an dich denken.

Die Stille, das Gezwitscher,
die Vögel, der Schnee,
all das hatte mich bewegt.

Kein romantischer Platz,
aber so ruhig,
dass ich an dich denken konnte.

Bäume und Himmel spiegelten sich,
in dem Wasser des Sees.

Es war sehr kalt,
doch in meinem Inneren
wurde es wärmer und wärmer.

Hier am See

Ich sitze hier und bin
in meinen Gedanken
doch ganz woanders.

Ich sehe die Bäume und den Himmel.
Wie sie sich im Wasser spiegeln.
Ich höre die Vögel singen
und ein ein Hund,
der in der Ferne bellt.

Ich scheine so nah am See,
und doch bin ich an einem ganz
anderen Ort.

Ich glaube genau deshalb sitze ich hier,
weil ich im Grunde genommen sein kann,
wo immer ich will, in Gedanken
kann ich entfliehen.

Tiefe Stille

Eines Morgens ging ich in den Wald,
hell strahlte die Sonne vom Himmel herab,
aber dunkle Wolken verdeckten sie schon bald
und Schneeflocken fielen herab.

Eine leichte Böe wehte durch das Land,
der See spiegelte Gesichter am schwarzen Grund.
Giftgrünes Moos wucherte an einer Wand,
alles sog die Stille in ihren Schlund.

Ich ging ohne Pause,
gelangte zu einem größeren See,
sah Tiere, die waren dort zu Hause,
ließ mich verzaubern von der Wasserfee.

Aus der Tiefe heraus sie schnellte,
ich hörte ihr Rauschen und Tropfen.
Mit ihrer Macht den Himmel sie erhellte,
vor Freude alle Herzen klopften.

Die laute überragten das Schweigen,
näher kamen Stimmen und Geräusche,
ich verließ den Klang der schönsten Geigen,
mich schluckte nun donnerndes Gescheuche.

Sternenhimmel

Sternenhimmel,
klare Nacht,
wer hat das bloß so schön gemacht?

Sterne funkeln
leuchtend hell,
Autos streifen Straßen schnell.

Sterne,
seit so fern von mir,
seit so klein und unerreichbar
wie ein Traum,
so unbeschreibbar.

Empfindungen in ruhiger Umgebung

Ich sitze hier
auf einem für mich romantischen Platz im Stadtwald.
Hier blicke ich in einen See,
der die Bäume und den Himmel spiegelt.

Im Hintergrund höre ich Vogelgezwitscher und Autoverkehr.
Dann kommen Schneeflocken,
die langsam auf den See fallen
und verschwinden.

Ich setze mich auf eine Bank,
schreibe einen romantischen Text
über den See
und die anderen Dinge des Lebens.

Wie im Traum

Ich sitze auf einer Bank an einem kleinen See
und denke an alles Mögliche.
Es ist sehr ruhig hier,
manchmal kommen Menschen vorbei,
die ihre Hunde spazieren führen.
An diesem Ort kann ich gut nachdenken,
es ist anders,
als wenn ich vor der Haustür sitze
und nachdenke.

Hier ist die Luft noch frisch,
noch nicht voll Smog wie in der Stadt
es gibt doch noch Orte,
die nicht zerstört werden,
weil ein paar Häuser gebaut werden sollen.

Ist es nicht schön,
dass es so etwas noch gibt?
Hier sind meine Probleme wie weggeblasen,
sie sind unbedeutender.
An so einem Ort,
kommen sie mir nicht mehr so schlimm vor,
wie sie wirklich sind.

Ich kann Vögel zwitschern hören,
sie singen so fröhlich,
als wenn es nichts anderes gäbe
als ihren Gesang.
Echt schön,
mal wieder Vögel singen zu hören,
das höre ich
in der Stadt nur noch sehr selten.

Winterliebe

Tiefe Stille in dichtem Wald;
herab fällt tanzend Schnee.

In deinem süßen,
warmen Gesicht
bildet sich ein Lächeln,
die dann verwirrt
nach ihrem Platze irrt.

Einsam wandern wir durchs Feld,
die Vögel preisen zwitschernd
den Frühling an,
er ist nicht mehr weit...!

Schweigen ruht dort im tiefen See,
nur mein Herz hat keine Ruh,
es weint nach Liebe immerzu.

Weil ich dich liebe

Leise sitze ich auf der Lehne einer Bank,
vor einem kleinen See,
und denk an dich.

Es schneit,
trotzdem schaut die Sonne immer mal
hinter den dicken Schneewolken hervor.

Es ist so still,
dass ich die Vögel singen hören kann.

Und gerade weil es so still ist,
muss ich ganz besonders an dich denken.

Wenn ich so in den See schaue
und das tiefe Schwarz erblicke,
dann fällt es mir auch so besonders schwer,
von den Gedanken ab zu lassen.
Weil ich dich liebe!