Kölner Stadt-Anzeiger vom 30. 1.2007

Sie fliegen auf Experimente

Schülerinnen sind begeistert vom Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Das DLR arbeitet jetzt auch dauerhaft mit der Eichendorff-Realschule zusammen.

VON ROLAND SCHRIEFER

Ehrenfeld/Wahnheide - Erstmals hat jetzt auch eine Realschule mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt einen Kooperationsvertrag geschlossen. Nachdem bereits drei Gymnasien mit dem DLR vereinbart hatten, das Schullabor der Forschungseinrichtung als Unterrichtsort zu nutzen, hat jetzt auch die Eichendorff-Realschule aus Ehrenfeld einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. In Zukunft können auch Schüler die vom Kooperationsnetz der Regionen und Schulen (KURS) angeregte Lernpartnerschaft dauerhaft nutzen. Schulleiter Wolfgang Biederstädt und Marion Scheuer-Leeser, die Geschäftsführerin des DLR-Standortes Köln-Porz, unterzeichneten die Vereinbarung - nachdem acht Schülerinnen der Realschule eine Präsentation über ihren Tag im DLR gezeigt hatten.

Eigentlich könnten sich Kinder bereits in der Grundschule mit der Welt der Technik, wie sie im DLR dargestellt ist, auseinander setzen. "Das beste Einstiegsalter ist die vierte Klasse", sagte Richard Bräucker, der Leiter des DLR-Schul-Labors. Denn die "hands-on-Experimente", die Mitmach-Experimente im DLR-Schullabor, seien hervorragend geeignet, um Schüler an die im "normalen" Unterricht nicht so beliebten Fächer Physik, Chemie und Biologie heranzuführen. Davon hatten sich im vergangenen Jahr acht Schülerinnen der Realschule überzeugen können. Sie durften an Experimenten mit flüssigem Stickstoff, mit Pantoffeltierchen, mit der Schwerelosigkeit und der Kreislauf-Physiologie teilnehmen. "Wir haben viel mehr von diesem Tag im DLR-Schul-Labor gehabt, als uns der tockene Schulalltag bieten kann", meinte Dilan Güven, eine der Schülerinnen.

Erfahren hatten sie vor allen Dingen wie komplex das Berufsleben in einer Forschungeinrichtung abläuft. Wissenschaft heiße heute ja nicht mehr, im Elfenbeinturm zu forschen, erklärte Scheuer-Leeser. "Es bedarf vieler Berufsfelder, um die Fragen zu beantworten und Lösungen zu finden". Im DLR arbeiten Ingenieure, Physiker, Biologen, Mediziner und Strömungs-Mechaniker miteinander an komplexen Forschungsgebieten und an der Beantwortung der vielen Fragen zur Entstehung der Welt.

Dazu gehört auch die Kometen-Simulation, eines der Experimente, die den Schülerinnen gezeigt wurden. Sie konnten mit flüssigem Stickstoff einen Kometenschweif simulieren und dessen Verhalten dann analysieren. Eines der großen derzeitigen Forschungsprojekte des DLR beschäftigt sich mit der Frage, was Kometen über die Entstehung der Welt aussagen können. Ein kleiner Einblick in diese Frage wurde auch den Schülerinnen der Eichendorff-Realschule ermöglicht.

Bearbeitung: Netzwerk-AG