Nach dem Feuer gab es schulfrei

Klassenraum brannte völlig aus - Alle Kinder mussten Gebäude verlassen

Feuerwehrchef warnt wegen Weihnachten vor Umgang mit Kerzen

Von Thomas Ludwig

Durch ein Feuer wurde gestern ein Unterrichtspavillon der Eichendorff-Realschule in Ehrenfeld schwer beschädigt. Ein Klassenzimmer brannte aus, die gesamte Schule wurde evakuiert. "Es lief alles sehr geordnet. Panik gab es nicht", zog Wolfgang Biederstädt Bilanz. Die regelmäßigen Alarmübungen der Vergangenheit hätten sich ausgezahlt. Verletzt wurde niemand. Gegen 9.20 Uhr, zwanzig Minuten nach der ersten Unterrichtsstunde, war die Feuerwehr am Donnerstag alarmiert worden. Als sie an der Schule eintraf, brannte das Klassenzimmer lichterloh. Das Feuer hatte sich offenbar über Vorhänge und Plastikdecke schnell ausgebreitet. Wie es zum Brand kommen konnte, ist unklar. Als sicher gilt, dass die brennenden Kerzen eines Adventskranzes nicht die Ursache waren. "Der Schüler, der ihn zur letzten Stunde vor den Ferien mitgebracht hatte", so Schulleiter Biederstädt, "hatte den Raum samt Kranz verlassen." Nur drei Schüler - der Ordnungsdienst, der fegen und die Stühle hochstellen musste - sollen noch im Klassenzimmer gewesen sein. Danach wurde in dem Raum kein Unterricht mehr gegeben. Ob diese Schüler gezündelt haben, muss geklärt werden. Nachdem der Rektor "schulfrei" gegeben hatte, und da der heutige Freitag frei ist, freuten sich die Schüler gestern über den vorgezogenen Weihnachtsferienbeginn. Seit Wochen halten Brände die Feuerwehr immer wieder in Atem. Seit Anfang Dezember rückte sie 88mal aus. Meistens handelte es sich um Zimmer- oder Kellerbrände, die problemlos gelöscht werden konnten. Es brannten jedoch auch Wohnungen aus sowie eine Gaststädte. In Mechenich zerstörten die Flammen, wie berichtet, teilweise ein Haus, nachdem ein vierjähriger Junge in seinem Zimmer offenbar mit Feuer spielte. "Jedes Jahr vor Weihnachten scheinen die Menschen mit ihren Gedanken woanders zu sein und es an Sorgfalt fehlen zu lassen", beklagt Stephan Neuhoff, Chef der Berufsfeuerwehr. Über die Festtage raten Experten daher zu besonderer Vorsicht im Umgang mit Kerzen. Weihnachtsbäume sollen weit von entflammbaren Gegenständen entfernt stehen. Einen Eimer Wasser für den Notfall in Griffnähe bereitzuhalten schade nie. Vor allem Kinder sollten nicht unbeaufsichtigt in Räumen bleiben, in denen Kerzen brennen oder Streichhölzer liegen.